Mittwoch, 22. August 2012

Laufen wie Flasche leer...


Viel Zeit ist seit meinem letzten Blogeintrag vergangen. Zeit die ich aber auch gebraucht habe. Denn ich glaub ich war noch nie in meinem Leben so leer wie in den Wochen nach dem Ironman. Der Stolz, die Freude, alles war da, aber auch nach Wochen absoluter Pause war an einen Wiedereinstieg in das Training nicht zu denken. Nicht nur körperlich, sondern auch mental konnte ich mich zu ernsthaftem Training überwinden. Ich war einfach nur leer, ausgepumpt… In solchen Momenten ist es besser, liegen zu bleiben. So verstrichen die Tage. Und das obwohl mit dem Ravensburg Triathlon, Jannersee und dem Trans Vorarlberg drei schöne und wichtige Wettkämpfe auf dem Programm standen.

Montag, 9. Juli 2012

Der heißeste Tag im Jahr...

war vermutlich der 1. Juli in Klagenfurt. Und wie könnte man einen so heißen Tag besser verbringen als mit einem Ironman? 

Eine Woche ist seit diesem Tag vergangen und langsam fühle ich mich wieder entsprechend aufgetankt und kann versuchen, das erlebte in Worte zu fassen. Denn die ersten 4-5 Tage nach dem Ironman war ich körperlich und mental einfach nur leer und ausgepumpt. Jetzt, eine Woche später kehr langsam die Normalität ein und ich kann mit Stolz zurückblicken.

Begonnen hat der Tag um 4 Uhr früh mit ausreichend Frühstück. Interessanterweise war ich bisher vor jedem Wettkampf extrem nervös - nur nicht an diesem Tag?! Vorfreude und Ruhe - ein ganz neues Gefühl am Wettkampftag :-) Kurz nach 5 Uhr war dann die Ankunft in der Wechselzone. Nochmals das Rad checken, Verpflegung am Rad montieren, Luftdruck prüfen, Inhalt der Wechselzonenbeutel für die übrigen Disziplinen kontrollieren, etc. Kaum hab ich mich versehen, war dann auch schon 6 Uhr durch und Zeit, an den Start zu gehen. Waren da schon Leute auf Weg - Wahnsinn. Überall Zuschauer und Athleten - geil. Sensationell. Da sieht man halt, dass so ein Ironman schon eine andere Dimension hat. Ein paar Aufwärmübungen, kurz Einschwimmen und schon wars Zeit für den Start. Aufgrund der hohen Wassertemperatur vom Wörthersee wurde erstmals in der Geschichte vom Ironman ohne Neoprenanzug geschwommen. Bin zwar ein guter Schwimmer, aber mit Neo wär die erste Disziplin doch ein wenig lockerer gewesen. Insgesamt muss ich sagen, dass ich mit meiner Schwimmleistung zufrieden bin. Aus den ärgsten Rangeleien konnte ich mich raushalten, bin den direktesten Weg geschwommen, zum ersten Mal Wettkampfschwimmen ohne Krampf in den Beinen, Zeit war auch ok - so soll´s sein. Der erste Wechsel war relativ geschmeidig und so fand ich mich bald auf der Radstrecke wieder. 

Dienstag, 26. Juni 2012

Tapering ist sooooo langweilig

Nur noch fünf Tage bis zu meinem großen Tag - meinem ersten Ironman. Selten war ich in einer so gegensätzlichen Gefühlslage wie im Moment. Auf der einen Seite Vorfreude auf den Event und Respekt vor der gewaltigen Distanz die es zu absolvieren gilt, auf der anderen Seite eine fast unerträgliche innere Ruhe gegenüber der Herausforderung die vor mir liegt. So oder so ähnlich könnte die Liste beliebig weitergeführt werden.

Fest steht aber, dass was ich bis jetzt an Fitness nicht habe, das werde ich auch nicht mehr bekommen. Jetzt liegt das Augenmerk nur mehr auf der Regeneration und dem Erhalt der Form. 3.700km direkte Vorbereitung und ein Halb Ironman liegen jetzt hinter mir. Sicherlich wäre hier und da noch mehr möglich gewesen, aber in Anbetracht dessen, dass dies die Vorbereitung für meine erste Langdistanz war, kann ich glaub zufrieden mit mir sein. Ob es wirklich reicht, sehen wir dann am Sonntag... 

Ich für meinen Teil bin auf jeden Fall zuversichtlich. Vergangenen Samstag bin ich die Radstrecke nochmals abgefahren und hab ein gutes Gefühl. Es ist und bleibt zwar immer noch ein wahnsinniges Unternehmen, aber wann, wenn nicht jetzt?!? Man bedenke, ich bin in meinem Leben noch nie einen kompletten Marathon gelaufen und jetzt radle ich vorab lockere 180km bevor ich die 42,195km laufen in Angriff nehme. Petrus meint es auch gut mir und beschert vermutlich eine Hitzeschlacht bei fluffigen 32°C. Das wird ein Spaß. Aber wenn ich das durchgezogen habe, gibt´s wohl nicht mehr viel, dass mich noch schocken kann.

Ich freu mich drauf.

Und das schönste ist, dass ich bzw. wir (es starten ja noch andere von Trigantium Bregenz) diesen Wahnsinn auch noch einem guten Zweck widmen können. Klickt auch das obige Bild und ihr könnt die Details sehen. Vielleicht ermutigt dass ja den einen oder anderen...

Euch wünsche ich alles schöne und mir eine gute Regeneration.
Euer Schmott 

Dienstag, 5. Juni 2012

Balsam für die Seele...


…war das Finish des Ironman 70.3 (1,9km/90km/21,1km) am Sonntag in Rapperswil. Denn nach meiner mäßigen Leistung auf der verkürzten Mitteldistanz in Lindau vor 3 Wochen war ich doch relativ geknickt und habe die Teilnahme beim Ironman Austria innerlich etwas in Frage gestellt. Denn in Klagenfurt ist die Strecke 3x so lang und hat auch massig Höhenmeter im Gepäck. Und wenn ich mir in Lindau schon so schwer tue, wie soll´s denn erst in Klagenfurt werden?

Aus diesem Grund kam mir der IM 70.3 in Rapperswil gerade recht. Eigentlich wär für diesen Tag eine heimische Sprintdistanz geplant gewesen. Spontan habe ich diese aber gegen die Mitteldistanz in der Schweiz eingetauscht. Und die Entscheidung war vermutlich die Richtige.

Sonntag 4 Uhr war Tagwache, kurzes Frühstück und ab nach Bregenz meinen Vereinskollegen Andi abholen. Gemeinsam ging´s dann direkt nach Rapperswil. Die Startunterlagen hatte Andi dankenswerterweise bereits 2 Tage zuvor abgeholt. Somit mussten wir uns nur mehr um den Check In vom Bike kümmern. Alles ist bei einem Ironman eine Nummer größer, besser organisiert, spaßiger - So ein Wettkampf hat richtigen Eventcharakter. Like It. Kaum war die Wechselzone eingerichtet kam auch schon das erste Gewitter. Lieber jetzt als später auf der Radstrecke. Die zwei Stunden bis zum Start waren dann schnell überbrückt. Ein wenig über die Expo schlendern, nochmal alles kontrollieren, geschätzte 17x für ein paar Tropfen (Angst-)pinkeln, nochmals die Muskeln lockern, aufwärmen, den Pro´s zuschauen, etc.

Freitag, 18. Mai 2012

give it back to the people


Schon seit längerem denke ich darüber nach, mich auch sozial mehr zu engagieren. Denn ich bin der Meinung, dass ich ein wunderbares Leben führe und es daher auch meine Pflicht ist, etwas davon wieder an meine Umwelt zurückzugeben. Man erntet schließlich was man säht!

Es gibt ja inzwischen (was eigentlich sehr lobenswert ist) eine fast unüberschaubare Anzahl an Möglichkeiten sich zu engagieren. Doch mit sozialem Engagement sind aber auch sehr viele Fragen verbunden. Was macht man? Wer oder was wird unterstützt? Wo fängt man an? Wo hört man auf? Kommt die Hilfe auch wirklich da an, wo sie gebraucht wird? Diese und andere Fragen haben mich skeptisch werden lassen.

Umso froher bin ich, dass ich über meinen Verein Trigantium Bregenz jetzt eine Plattform gefunden habe, über die ich direkt und sinnvoll helfen kann. Im Rahmen unserer ChariTRIs Aktion unterstützen wir ja ab sofort den Verein „Stunde des Herzens“. Ein zu 100% ehrenamtlicher Verein, dessen Spenden 1:1 an die betroffenen Kinder weitergegeben werden. Seht euch bitte mal die Homepage  von diesem Verein an. Es bewundernswert, was diese Leute auf die Beine stellen. Respekt. Da will auch ich meinen Beitrag leisten.

Neben den sozialen Vereinsprojekten im Rahmen unserer ChariTRIs Aktion werde ich mich nun auch direkt engagieren. Zu diesem Zweck habe ich beschlossen, dass ich pro absolvierten Wettkampfkilometer einen fixen Betrag spenden werde. Bei mehreren hundert Wettkampfkilometern pro Jahr denke ich, dass doch eine hilfreiche Summe zusammenkommt und entsprechend gutes bewirkt.

Jetzt muss ich nur noch nachschauen, wie viel Wettkampfkilometer ich dieses Jahr schon absolviert habe…

thanks for reading.
Euer Schmott

Dienstag, 15. Mai 2012

Die Grenzen erkennen (und akzeptieren)...


Sonntag 13.05 – zum einen Muttertag, zum anderen BMW Unterberger Triathlon in Lindau. Ein Wettkampf über eine verkürzte Mitteldistanz (2km Schwimmen / 60km Radfahren / 15km Laufen). Für mich ein wichtiger Formtest auf dem Weg Richtung Ironman Austria. Erklärtes Ziel war, Form, Material und Verpflegung unter Wettkampfbedingungen zu testen und eine solide Gesamtzeit deutlich unter 4h zu erreichen…

Pünktlich um 9Uhr fiel der Startschuss. Leider nicht wie geplant im Bodensee sondern im Eichwald Strandbad. Obwohl ein Schwimmen im See möglich gewesen wäre, war der DTU die Wassertemperatur wohl doch zu niedrig und das Schwimmen wurde kurzerhand ins Becken verlegt. Schnell habe ich die Führung auf meiner Bahn übernommen und den Schwimmsplit im ersten Viertel des Teilnehmerfeldes beendet. Solide Leistung. Wechsel und Umstellung vom Wasser aufs Rad waren ebenfalls ok. Auf dem Rad hab ich dann auch relativ schnell meinen Rhythmus gefunden. Nur mit dem Rhythmus kam auch die Ernüchterung… Ich habe definitiv ordentlich Dampf in den Beinen, doch die (noch) überschüssigen Pfunde fordern einfach ihren Tribut. Denn auch diese überschüssige Masse will beschleunigt und über den Asphalt bewegt werden. Und jedes Kilo Gewicht kostet entsprechend Energie bzw. verringert bei gleichem Einsatz die effektive Endgeschwindigkeit. Ich war sicherlich nicht langsam am Weg, aber kein Vergleich zu „trainierten“ Athleten die bei annähernd gleicher Größe rund 25kg weniger wiegen wie ich... In der Ebene konnte ich ja noch recht ordentlich mithalten, aber auf den wenigen Steigungen der Strecke wurde ich gnadenlos überholt. Und ich sage euch, das Ego ist ein Schwein! Anstelle der Konzentration auf mich selber, hab ich meine Pacingvorgaben über Bord geworfen (schwerer Fehler) und versucht so gut wie möglich mitzuhalten. Dass ich dabei über meinen Verhältnissen gefahren bin muss ich nicht extra erwähnen. 20% zu viel Einsatz hinterlassen einfach ihre Spuren. Quasi eine Fahrt auf Kredit und die Quittung habe ich dann leidvoll auf der anschließenden Laufstrecke präsentiert bekommen. Die ersten 7km waren noch ok und ich relativ zufrieden mit meiner Pace, doch ab der Hälfte der Laufstrecke wurde mir immer übler und Gehpausen die Folge. Klarer Fall von Überzocken. 

Nach gut 3:38h habe ich dann das Ziel erreicht. Vom Prinzip her habe ich meine in mich selber gesetzten Ziele voll erreicht und bin soweit auch zufrieden. Nur den Weg zum Finish hab ich mir anders vorgestellt…

Fazit und Lektionen – Material und Verpflegung passt. Die Konzentration muss aber auf mir bleiben und gefahren wird nur mehr innerhalb meiner Möglichkeiten! Pacing heißt das Zauberwort. Dann klappts auch mit der Laufstrecke. Jetzt noch 15kg weniger Schwimmreifenmaterial, dann kann auch ich mitmischen!

Aber garantiert nicht gerade eine "verpatze" Generalprobe eine hervorragende Premiere?

In diesem Sinn, alles Gute.
Euer Schmott

Mittwoch, 2. Mai 2012

Alles hat ein Ende...

...sogar ein Trainingslager am wunderschönen Fuschlsee! Leute ich kann euch sagen, das war ein Aktivurlaub vom Feinsten. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Dass das Salzkammergut so schön ist, hab ich wirklich nicht gewusst. Sonne satt, super Hotel, nette Leute, hervorragende Trainer mit vielen Tricks und vor allem massig Qualitätskilometer am Rad, im Becken und auf der Laufstrecke.

Ich schreibe jetzt hier keinen ausführlichen Bericht zu jedem Tag. Wen das interessiert, der kann das auf der Trigantium Seite nachlesen. Das Trainingslagertagebuch hat Gabriel dankenswerterweise geführt. Hier der Link.

Aber man soll ja immer aufhören wenn es am schönsten ist. An dieser Stelle noch meinen Dank an die Trainer und die Profis für die vielen Inputs und super Gespräche. Ich habe wirklich viel mitnehmen können was mich bzw. mein Training bzw. meine Qualität als Sportler weiter nach vorne bringen wird. Freu mich schon darauf, alle Inputs im heimischen Umfeld umzusetzen. 

Heute stand zur Abwechslung ein Regenerationstag an. Süßes Nichtstun und meinem Körper die Möglichkeit geben, sich von den Strapazen zu erholen bevor es dann morgen wieder weiter geht. Fettstoffwechsellauf vor dem Frühstück, Schwimmtraining am Mittag und Rasenmähen am Abend. Dazwischen - business as usual. Aber ich bin ja top erholt. Das sollte ich auch sein, denn in knapp 10 Tagen startet der erste wichtige Wettkampf der Saison - Lindau Triathlon über die Mitteldistanz. Mein "Formtest" für Klagenfurt...

Euch allen einen schönen Abend und mir erholsamen Schlaf.

keep on doing.
Euer Schmott